Rückblick auf den e-coco 2009
Gewinner
Sieger e-coco 2009: "Bioenergie-Region Bodensee"
Am 23. Juni 2009 hat die Jury den Gewinner des e-coco 2009 ausgewählt: Die „Bioenergie-Region Bodensee". Das Konzept der „Bioenergie-Region Bodensee“ überzeugte neben seiner hohen Wirkung für den Klimaschutz, seiner räumlichen Dimension und seiner vorbildlichen Bürgerbeteiligung durch die gute Übertragbarkeit auf andere ländliche Regionen.
In der „Bioenergie-Region Bodensee“ wurden bisher zwei Bioenergiedörfer realisiert und weitere sind in Planung.
Das Projekt „Bioenergie-Region Bodensee“ umfasst die Landkreise Konstanz und Bodenseekreis. Die Leitidee lautet "Konjunktur durch Natur" und verfolgt drei zentrale Ziele:
- Erweiterung und Ausschöpfung des regionalen Bioenergiepotenzials,
- Steigerung der Effizienz bei der Biogasnutzung und
- nachhaltige Nutzung der Bioenergie in der Bodenseeregion.
Konkrete Maßnahmen, die von 2009 bis 2012 erfolgt sein sollen sind:
- Umsetzung von mindestens 10 Bioenergiedörfern im Projektgebiet (zwei bereits realisiert)
- zusätzliche Nachrüstung von mindestens 5 Biogasanlagen mit Abwärmenutzung
- Etablierung eines Bioenergie-Netzwerkes mit mindestens 60 aktiven Teilnehmern
- mindestens 20 Mio Euro zusätzliche regionale Wertschöpfung
- Entwicklung / modellhafte Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie für Bioenergie
Trotz seines Titels berücksichtigt das Projekt nicht nur die Energiegewinnung aus Biomasse, sondern auch die Energiegewinnung mit Hilfe anderer erneuerbarer Energien.
Die Region Bodensee benötigt jährlich ca. 2600 GWh Strom und 6500 GWh Wärme.
Die beiden bereits realisierten Bioenergiedörfer sind Mauenheim (Immendingen) und Lippertsreute (Überlingen). Die Gemeinden gewinnen Strom und Wärme in Biogas- und Holzhackschnitzelanlagen sowie durch Photovoltaikmodule.
Die Rohstoffe kommen ausschließlich aus der Region. In Mauenhaim kann so 90% des Wärmebedarfs gedeckt werden und das neunfache an benötigtem Strom erzeugt werden. In Lippertsreute deckt die Wärme aus Biomasse über die Hälfte des Bedarfs; die Stromerzeugung ist ausreichend für das gesamte Dorf. In beiden Orten sind seit 2005 Biogasanlagen im Einsatz. Durch Nahwärmesysteme wird die Abwärme der Anlagen an (fast) alle Gebäude weitergegeben.
Die Biogasanlage in Mauenheim erzeugt 4 GWh Strom und 3,5 GWh Wärme pro Jahr. Mit einer Photovoltaikanlage werden 60MWh im Jahr erzeugt.
Die Biogasanlage in Lippertsreute erzeugt 1,2 GWh pro Jahr.
Die Orte Schlatt, Randegg und Kaltbrunn sind bereits in der Planung als nächste Bioenergiedörfer.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der "Bioenergie-Region Bodensee".
Sieger e-coco Sonderpreis 2009: "Energiezentrale Fürstenfeldbruck"
Neben dem e-coco 2009 hat die Jury auch dieses Jahr wieder einen Sonderpreis vergeben. Diese besondere Auszeichnung wurde für ein Konzept vergeben, das sich durch seine technische Umsetzung besonders auszeichnet. Der Preisträger ist die „Energiezentrale Fürstenfeldbrück“. Neben dem technischen Ansatz und der Wirkung für den Klimaschutz überzeugte das Konzept auch durch die vorbildliche Kooperation zwischen Kommune und Wirtschaft.
In Fürstenfeldbrück wird Wärme- und Kälteenergie aus Biomasse gewonnen. Die so erreichte Einsparung von Heizöl führt zu einer CO2-Reduktion von ca. 5300 t/a.
Der 3MW Biomassekessel ist das zentrale Element der Wärmeversorgung. Über ein erweiterungsfähiges Verteilernetz gelangt die Energie zum Verbraucher. Die Wärme reicht aus, um 60000 m² Gewerbe- und Wohnfläche zu beheizen. Zusätzlich wird die benötigte Prozesswärme eines gewerblichen Partners mit der Biomasseanlage gedeckt. Die bestehenden Gaskessel des Partners decken Schwankungen und Redundanzen. Durch diese Partnerschaft von Gewerbe und Kommune wird eine gleichmäßige Auslastung der Biomasseanlage und Versorgungssicherheit ermöglicht. Die Vollbenutzungsstudenzahl des Biomassekessels beträgt 7000 bis 8000 h/a.
Neben Wärme kann die Biomasseanlage auch zur Kältegewinnung genutzt werden. Davon machen ein Rechenzentrum, ein Einkaufszentrum, ein Kino und mehrere Bürogebäude Gebrauch.
Weitere Informationen erhalten Sie auch hier auf der der Webseite des Konzeptes "Energiezentrale Fürstenfeldbruck"